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T-Shirts? An der Frau, am Mann - Farbe? Haben wir -
Genehmigungen? Sind im Rucksack - Drucker? Gefüllt, rollt und stempelt –
Plan B? Ist im Kopf und im Bollerwagen - Kamera? Läuft.
So starten wir, 18 Schülerinnen und Schüler und zwei
Lehrerinnen, bei bedecktem Himmel am 27. Sept. um 8.00 Uhr vom
Nicolaiplatz, um uns auf den weiten Fußmarsch, dem „Weg des Grauens“,
bis zum Magdeburger Hauptbahnhof zu begeben. Er soll symbolisch den
Leidensweg der jüdischen Bevölkerung von Barby und Schönebeck mit den
Worten „Hier verschwand ein Mensch!“ nach Theresienstadt, in die
Konzentrations- und Vernichtungslager nachzeichnen.
Seit April haben wir diesen Tag vorbereitet. Wir
trafen uns mit hiesigen Politikern, ermittelten den Straßenverlauf von
1940-1945 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg, holten uns Hilfe in
der Otto-von-Guericke-Universität, bauten mit Herrn Kowalski, Herrn
Faust und Herrn Zuther an unserem Druckerrad etliche Stunden, besorgten
Farbe und informierten die Presse über den Stand der Dinge.

Und dann kam der große Tag! Gewitter, Regen – schön
war der Start nicht. Aber schon vor um 7.00 Uhr waren die Ersten da. Mit
dem Schriftzug „Weg der Erinnerungen“ begannen wir unsere Aktionskunst,
befüllten dann den Drucker und starteten unter regem Interesse von Herrn
Gröber und Frau Priske, einigen unserer Unterstützer, Presse, Fernsehen
und einer Schülerklasse von Teutloff. Die aufmunternden Worte taten gut,
denn auf der Geschwister-Scholl-Straße kam der Nieselregen und in Frohse
wurde es richtig nass von oben. Doch der Mut verließ uns nicht. Auch
nicht, als wir die ersten Blasen spürten.
  
In Magdeburg kam die Sonne und begleitete uns mit
vielen interessierten Blicken und Fragen von Passanten bis nach
Fermersleben. Hier musste Herr Zuther zu Hilfe eilen, weil sich unser
Stützrad in die falsche Richtung bewegte. So hatten wir Zeit für einen
Powerriegel, der uns neue Energie gab. Am Hasselbachplatz hielt uns dann
das Kamerateam vom MDR auf. Aber inzwischen lagen wir wieder gut in der
Zeit, so dass wir uns im Kulturhistorischen Museum stadtfein machen
konnten.

An der Max-Josef-Metzger-Straße bogen wir ab, denn im
heutigen Roncallihaus befand sich die Sammelstelle für die jüdischen
Mitbürger. Das konnten wir nicht ignorieren. Kurz vor dem Ziel, in der
Straße Am alten Theater, ging uns die Farbe aus. Wir wollten aber den
ordentlichen Schriftzug bis zu unserem Gedenkstein, also unserem
Schlusspunkt, hinlegen.

Erleichtert, glücklich, euphorisch begrüßte uns 13.08
Uhr der Landtagspräsident Herr Gürth, der uns entgegenkam, unser Rektor
Herr Gröber, Frau Priske, Frau Grahn, der Schulrat Herr Schubert, unser
Schulpate Herr Dr. Schellenberger und unzählige andere Helfer,
Unterstützer und Sponsoren mit Beifall. Frau Kursawa, Anna-Maria, Herr
Gröber und der Landtagspräsident Herr Gürth hielten bewegende Reden.
Als wir 13,45 Uhr mit der S-Bahn zurückfuhren,
wussten wir alle: Wir haben ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt und
– WIR waren dabei. |